Diese Speech-To-Text-Vorlage darf noch nicht zitiert werden:
Nach einer Woche Aufenthalt im Krankenhaus hier die zunächst kurz zusammengefasste bittere Erkenntnis, die aus der Sicht eines Patienten lautet: Wenn du nett bist, kommst du an, wenn du nervst, kommst du durch.
Diese Aussage resultiert aus seiner Reihe von Gesprächen mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Pflegebereich, die in in den meisten Fällen durchaus erfreulich, manchmal auch ausführlich und in einigen Fällen sogar persönlicher Natur waren. Und die einen doch sehr intensiven Einblick in die Arbeit, der hier weilenden Fachkräfte gegeben hat. Dabei wurde - bei aller diskreiton ihrerseits - deutlich, wie hoch die Belastungen sind, aber auch wie groß das Engagement der jeweils Beteiligten. Insgesamt wurde auch deutlich, dass Ihnen immer noch mehr Aufgaben zugewiesen werden, die eigentlich traditionell der Ärzteschaft hätten vorbehalten sein sollen.
Dieses wurde deutlich am Beispiel des Legens von Zugängen, mit denen eine Nadel in die Vene gesteckt wird, und die dort dann verbleibt, so dass über diese dann der Vene und damit dem Körper des Patienten eine Reihe von Substanzen zugefügt werden. Diese Aufgabe ist traditionell den Ärzten vorbehalten, wird aber immer häufiger von den Hilfskräften bzw. den Pflegekräften durchgeführt. Diese sind darauf nicht oder nicht ausreichend qualifiziert, lernen dieses aber, um den Herausforderungen entsprechend agieren zu können. Das bittere ist, dass diese Tätigkeit, wird sie von den Pflegekräften ausgeführt, Sie wird zum Teil ihrer normalen Tätigkeiten zugewiesen. Nimmt dagegen der Arzt diese Tätigkeit vor, ist dieses eine Extraleistung, die auch im Honorarsystem dieser Menschen abgerechnet wird [1].
Frage: Warum wird diese Honorierung für die entsprechende Tätigkeit finanziell nicht auch den Pflegekräften zuteil, nachdem sie ihren entsprechenden "PP"-Eintrag gemacht haben? Oder wird sie statt ihnen den Ärzten zugeschrieben, die diese veranlasst haben? Wäre das nicht mal zu bedenken [2]?
Es wird deutlich im Verlauf dieser Woche, dass die Rahmenbedingungen es nicht immer zulassen, dass selbst bei einem noch so freundlichen Verhalten die notwendigen Dienste umfassend und korrekt ausgeführt werden können. Und sei es nur, dass nach dem Ende der jeweiligen Injektion der Penicillin-Dosis noch einmal die Kanüle nachzuspülen wäre. Geschieht diess nicht, kann der Zugang verkleben und es muss eine neue Leitung gelegt werden. Im letzten Fall, wo ein so hoher Betriebsdruck herrschte, wurde sogar ausdrücklich auf diese notwendige Tätigkeit hingewiesen und die Pflegekräfte sagten, das sei nicht notwendig. Sie sagten dieses aber nicht aus medizinischen Gründen, sondern weil ihnen einfach unter dem Zeitdruck dafür die Möglichkeit genommen wurde.
Wäre es jetzt angemessen gewesen auch noch als Patient weiteren Druck aufzubauen?
Wo aber kommt dieser Druck her? Ein erlebtes Beispiel zeigt, wie ein Mensch sich mit viel Vehements und Lautstärke in einem benachbarten gut hörbar Zimmern durchsetzen vermag. Und letztendlich damit in der Lage ist, Dinge zu erreichen, die anderen weiterhin verweigert werden würden. In diesem Fall wird sogar die gesamte Körperhygiene inklusive Kopfwäsche für diesen Menschen durchgeführt, obwohl er dazu eigentlich von der eigenen Verfassung her selbst in der Lage gewesen wäre ...
... kurz und gut: Der Aufenthalt zeigt, wie schon eingangs gesagt: Nett sein führt zu freundlicher Resonanz - Nerven kann dazu führen, die eigenen Interessen massiv und letzten Endes zum eigenen Vorteil durchzusetzen.
Wie mit diesem Spagat umzugehen ist, verbleibt in der Einschätzung eines Jeglichen, der oder die diesen Text fließt und hoffentlich nicht in die Situation kommt, selbst vergleichbare Erfahrung machen zu müssen.
Wenn dem doch so sein sollte, möge jeder von den LeserInnen versuchen, eine eigene Antwort zu finden, die dem gesamten Betrieb nicht zuwiderläuft, aber doch den eigenen Wünschen ausreichend Rechnung gewährt.
WS.
